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Orgel aus dem Elsass |
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| Ein Bericht von Dr. Dieter Plesch | |||||
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Außergewöhnliche Instrumente verlangen
außergewöhnliche Erbauer. So fühlte sich die Gruppe
Orgelinteressierter aus Karlsruhe in eine andere Zeit versetzt, als
sie das Orgelateliers des Orgelbaumeisters Remy Mahler in Pfaffenhoffen
im Elsass betraten. Dort entsteht zur Zeit eine Chororgel, die Anfang
des nächsten Jahres im Chorraum der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe
zur Aufstellung kommen wird. Wie von Kantor Christian-Markus Raiser
zu erfahren war, werde mit diesem Instrument aus der elsässischen
Silbermann-Tradition der historische Anschluss an die erste Orgel der
Stadtkirche gefunden die auch die Darstellung von frühen Musikstilen,
wie der französischen Barockmusik, ermöglicht, die mit der
heutigen großen Orgel der Stadtkirche klanglich und technisch
kaum zu bewältigen ist. Sechzig Jahre nach der Zerstörung
der evangelischen Bischofskirche würden dann wieder "Silbermann-Klänge"
in der Karlsruher Innenstadt ertönen. Orgelbauer Remy Mahler ist
ein außergewöhnlicher Künstler, für den eine Orgel
kein Serienprodukt, sondern ein Einzelwesen ist, dessen einzelne Bestandteile
alle liebevoll nach alter Tradition von Hand gefertigt werden. So werden
alle Teile, die auf Klang und Spieltechnik Einfluss haben, von den zwölf
Mitarbeitern im Ateliers selbst hergestellt, wobei unterschiedlichste
Gewerke zur Anwendung kommen : Gießen und Hämmern der Bleche
für die Pfeifen, Rollen und Löten der Pfeifen, Präzisionsfertigung
zahlreicher Kleinteile aus Harthölzern und Drähten für
die reibungsarme Übertragung der Tastenbewegungen zu den Pfeifenventilen.
In der Tischlerei entstehen die größeren Teile für das
Gehäuse, das bei aller eher historischen Bauweise eher futuristisch
anmutet und die Windladen mit mehreren Blasebälgen. Vieljährige
Erfahrungen aus der Metall- und Holzbearbeitung und die Ergebnisse mancher
hauseigenen Erfindung fließen hier ein. Remy Mahlers beredte Begeisterung
bei der Führung übertrug sich auf die Besucher, die mit Fragen
zu "ihrer" Orgel nicht sparten und nun die dritte Bauphase,
den Einbau und das Intonieren in der Stadtkirche, mit Spannung erwarten.
Am 15. und 16. Januar soll dann die neue "Königin" erstmals
in der Stadtkirche erklingen. |
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