| Brückenschlag zu Silbermann |
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| von Christian-Markus Raiser, Kantor und Organist an der Ev. Stadtkirche Karlsruhe | |||||
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Diese Beobachtungen veranlassten uns bei der Überlegung über die Zukunft der Steinmeyer-Orgel dazu, die Klangsprache zu lassen wie sie ist und nur die Teile zu sanieren, die altersbedingt erneuert werden müssen. Ein einziges neues Register kommt hinzu, die Gambe 8' im Schwellwerk, da die Streicher doch deutlich unterrepräsentiert sind. Hinzu kommt auch eine externe Setzeranlage, mit der Klangkombinationen vorprogrammiert werden können; ein Orgelcomputer sozusagen, der bei einer Orgel dieser Größenordnung unverzichtbar für den Konzertbetrieb ist. Auch lassen sich Registrierfehler mit einer Setzeranlage minimieren. Extern deshalb, weil wir nicht in den Bau des Spieltischs eingreifen wollten. In großartiger Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen der Landeskirche, Dr. Martin Kares und dem Orgelbauer, Karl Göckel, der die Firma Steinmeyer übernommen hat, konnte eine Konzeption entwickelt werden, mit der die große Orgel in ihrer Gestalt erhalten wird. Ergänzende Möglichkeiten kommen nun in einem zweiten Instrument zum Ausdruck: der neuen Chororgel. Sie sollte nicht nur als "kleine Schwester" der großen Orgel im Altarraum stehen, sondern eine völlig eigene Klangsprache bekommen und neue Möglichkeiten beim Musizieren in der Stadtkirche schaffen. So ist sie natürlich zunächst wunderbar bei Trauungen oder kleineren Gottesdiensten einzusetzen, da Organist und Liturg endlich Blickkontakt haben können; sie kann aber auch bei Konzerten mit Chor und Orgel zum Einsatz kommen. Das wichtigste Element des neuen Instrumentes ist aber die besonders charaktervolle Klanglichkeit, die die Orgeln Rémy Mahlers auszeichnen. So schlägt das Instrument in ihrem Klang und ihrer Bauweise eine Brücke zurück zur ersten Orgel der Stadtkirche, dem Instrument Andreas Silbermanns, ist aber weit davon entfernt, eine Silbermann-Kopie zu sein. Auch hier zeigte sich das Geschick der Beteiligten, die in unermüdlichem Einsatz mit dem Orgelbauer diskutierten und verbesserten, um klanglich, technisch und architektonisch die optimale Lösung für die Stadtkirche zu finden. Glücklich kann auch der Umstand bezeichnet werden, dass der Architekt, der den Wiederaufbau der Stadtkirche plante, Prof. Dr. Horst Linde, um Rat und Meinung gefragt werden konnte, und dieser spontan seiner Begeisterung Ausdruck verlieh. Stilistisch sind nun auch die eingangs erwähnten Spezialgebiete der Orgelliteratur auf wunderbare Weise darstellbar. Als Organist kann man sich nichts Schöneres wünschen als Herr über zwei solch wertvolle Instrumente zu sein. Ganz herzlicher und großer Dank gebührt allen Ehrenamtlichen, die durch unermüdlichen Einsatz die Orgelplanungen Realität werden ließen; allen „Paten“ von Orgelpfeifen, allen Spendern und Sponsoren! Ohne dieses großartige Zusammenwirken wären wir nicht so schnell unserem Ziel so nahe gekommen, die unterschiedlichsten Orgelklänge „im Herzen der Stadt“ erklingen zu lassen! |
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