| Ausstellung | |||||
| Das Lager Gurs und die Künstlerin Lou Albert-Lasard (1885-1969) | |||||
| Ausstellung in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe anläßlich des 70. Jahrestages der Deportation badischer und pfälzischer Juden 26. September bis 31. Oktober 2010, dienstags bis sonntags 12.00 bis 18.00 Uhr. Im Oktober 1940 wurden über 6000 badische und pfälzische Juden durch die nationalsozialistischen Machthaber in das am Fuße der Pyrenäen gelegene Internierungslager Camp de Gurs deportiert. Der Ablauf der Verschleppung und die Geschichte dieses Lagers von seiner Einrichtung bis zur Auflösung sind in zahlreichen Untersuchungen eindrücklich dokumentiert. Aus den Berichten einer ganzen Reihe Überlebender kennen wir die menschenunwürdigen Lebensbedingungen im Lager, denen Tausende von Häftlingen zum Opfer fielen. Dagegen sind - über Bilder und Skizzen von Laienhand hinaus - nur relativ wenige Zeugnisse von Künstlern überlieert. Siebzig Jahre nach den Ereignissen kann nun erstmals aus Berliner Privatbesitz eine umfangreiche künstlerische Dokumentation des Lebens im Lager Gurs der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In über hundert Zeichnungen ermöglicht uns die Malerin und Graphikerin Lou Albert-Lasard, die zwischen Mai und August 1940 als "unerwünschte Ausländerin" mit nahezu 15000 anderen Frauen und Kindern dort interniert war, einen Einblick in den Lageralltag. Bis heute ist keine andere vergleichbar umfangreiche und intensive künstlerische Werkgruppe zum Leben in Gurs bekannt geworden. Die Ausstellung will außerdem eine Wiederbegnung mit dem Gesamtwerk von Lou Albert-Lasard - in Zusammenarbeit mit dem Müsée d'Art Moderne in Straßburg, das einen umfangreichen Teil des Nachlasses von Lou Albert-Lasard besitzt - ermöglichen. Zur Ausstellung, zu der ein Katalog erscheint, ist ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, Lesungen und Filmvorführungen sowohl zur Deportation der badischen und pfälzischen Juden als auch zum Schaffen der Künstlerin selbst geplant. (Dr. Alfred Hübner, Pforzheim) Die Ausstellung wird am 26. September um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche eröffnet. |
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