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     Wort zum Tag SWR 2 - 11. Mai 2004
 

 

Jesus Christus spricht: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."

"Ich bin" - hinter diesen beiden kleinen Wörtern verbirgt sich das ganze Leben. Wenn wir uns vorstellen, dann sagen wir in der Regel unseren Namen und fügen, gefragt oder ungefragt hinzu, was wir tun und sind: "Ich bin Hausfrau!" "Ich bin Richter!" "Ich bin Rentner!" Ich bin aber nicht nur berufstätig oder es nicht mehr, ich bin immer auch der Verwandte eines Verwandten, Freund oder Freundin, reich oder arm, fleißig oder faul, eine große Leuchte oder ein kleines Licht. Hinter all den Möglichkeiten, die wir an die beiden kleinen Wörter "ich bin" anfügen können, verbirgt sich immer unsere Selbstbestimmung und die Frage nach unserer Identität. Wer bin ich? - Darauf müssen wir im Lauf unseres Lebens und im Wandel der Zeit immer wieder neue Antworten finden. Jesus will uns mit seinem Wort "Ich bin das Licht der Welt!" dabei helfen.

Er tut es anders als etwa jener Führer in unserer Geschichte, der von sich behauptete, dass größte Licht aller Zeiten zu sein. Um dieses Wahnbild von sich aufrecht zu erhalten, wollte er alles, was er für krank, schwach oder minderwertig hielt, ausmerzen lassen. Wer einer Herrenrasse vorsteht, so die irre Logik, ist selbst der Größte und das strahlendste Licht. Was dabei herauskam, ist bekannt - nämlich tiefste Finsternis.

Für Jesus hingegen gibt es keine Minderwertigen. Seine Botschaft ist vielmehr, dass auch noch der Schwächste von Gott geliebt wird. Darum drängt Jesus die Schwachen, Schwierigen, Traurigen und Kranken nicht zur Seite, sondern ist barmherzig mit ihnen. Wo er seine Wirksamkeit entfaltet, können Blinde wieder sehen und Lahme wieder gehen.

Jesu Nähe zu den Leidenden und Schwachen geht so weit, dass er selbst zum Leidenden wird. Er stirbt am Kreuz. Im Blick auf ihn erkennen Christen darum, dass Leiden, Schwäche und Krankheit sich nicht einfach beiseite schieben lassen. Sie sind unausweichlich. Gott aber läßt Jesus nicht im Tod. Und darum glauben Christen, dass Leiden, Not und Tod nicht das letzte Wort behalten, sondern überwunden werden. Aus dieser Hoffnung leben sie. Zu ihr will Jesus Mut machen: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."

 

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